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  • Daniel Knop

Filmscannerobjektive für Focus Stacking Teil 2 – Scanner Nikkor ED 7 Element Lens (Nikon Super CoolScan ED LS-5000 ED)

Aktualisiert: 28. Apr.

Hochwertige Filmscannerobjektive besitzen ideale Eigenschaften für detailreiche Aufnahmen mit Focus Stacking. Hier wird das zweite von drei Objektiven vorgestellt.


Eine orange Nelkenwurz-Blume (Geum coccineum) steht links neben einem Nikon-Filmscannerobjektiv
Filmscannerobjektive sind ideal, um filigrane Strukturen vollständig und sehr hoch aufgelöst abzubilden

Im Focus Stacking ermöglichen gute Filmscannerobjektive eine deutlich höhere Detailwiedergabe als konventionelle Nah- oder Makroobjektive. Zudem verfügen sie über eine hervorragende Korrektion von Farbfehlern und Verzeichnungen. Trotzdem sind sie in der Makrofotografie relativ wenig bekannt. Nach dem Minolta Dimage Scan Elite 5400 im ersten Teil dieser Beitragsreihe soll in diesem zweiten Teil ein ebenfalls legendäres Kleinbild-Filmscannerobjektiv von Nikon vorgestellt werden.


Zu Beginn unseres Jahrtausends kam nicht nur von Minolta eine revolutionäre Filmscannerlinse auf den Markt, sondern von Nikon gleich zwei. Beide Nikon-Linsen gehen auf das Printing Nikkor zurück, ein absolut legendäres Objektiv, das Nikon um 1970 für extrem hochwertige Reproduktionszwecke entwickelte, z. B. in der Druckindustrie, aber auch zum Kopieren von Kinofilmen. Es bestand aus 12 Linsen in vier Gruppen, und die Gesamtheit der optischen Qualitäten wie Auflösung, Korrektion von Farbfehlern und Verzeichnungen sowie der Farbwiedergabe waren absolut revolutionär. Der Kaufpreis entsprach annähernd dem eines Gebrauchtwagens; Robert O’Toole gibt für das „Printing-Nikkor 95 mm“ und das Jahr 1977 einen Neupreis von 2.262,- US $ an, was im Jahr 2021 der Kaufkraft von immerhin 9.886,99 US $ entsprach.


Ein Printing-Nikkor-Objektiv von Nikon liegt auf einer weißen Fläche
Die zahlreichen Versionen des Printing Nikkor gelten als das Non plus ultra der Makrofotografie, und seine Urform von 1970 war der Ausgangspunkt für die Entwicklung der beiden legendären Scanner Nikkore

In späteren Versionen erhielt dieses Printing Nikkor zwei weitere Linsen, so dass es nun 14 Linsen in vier Gruppen besaß („Printing-Nikkor 95 mm F2.8 A“). Ende der 1990er-Jahre beschloss Nikon dann, auf Basis der Linsenberechnungen dieses Printing Nikkors Objektive für einen Kleinbild- und einen Mittelformatscanner zu bauen. Diese Entwicklungen waren um den Jahrtausendwechsel abgeschlossen, so dass sechs Prototypen erstellt wurden, drei mit 40 mm Brennweite für einen Kleinbildscanner und drei mit 100 mm Brennweite für einen Mittelformatscanner. Ziel waren die Scanner Coolscan 4000 und 8000. Marco Cavina gibt über diese Prototypenentwicklung einen detaillierten Überblick.


Ihnen folgten wenige Jahre später die Scannermodelle Coolscan 5000 und 9000, in denen das größere Objektiv leicht überarbeitet war. Allerdings ging es hier neben dem Optimieren des Produktionsvorgangs – was zu sinkenden Scannerverkaufspreisen führte – darum, Glasmaterialien mit toxischen Beimengungen durch andere Linsen zu ersetzen, weil EU-Vorschriften dies erforderten. Die optischen Qualitäten der Objektive dürften davon nicht berührt sein.


Ein Filmscanner Nikon Super CoolScan 4000 ED steht auf einer weißen Fläche
Filmscanner Nikon Super CoolScan 4000 ED – das erste Zuhause der Scanner Nikkor ED 7 Element Lens

Ein Filmscanner Nikon Super CoolScan 8000 ED steht auf einer weißen Fläche
Filmscanner Nikon Super CoolScan 8000 ED – darin arbeitet das Scanner Nikkor 100

Das Mittelformat-Modell wird von Nikon „Scanner Nikkor 100 mm“ genannt und wird im Teil 3 dieser Beitragsreihe detailliert beschrieben. Das Kleinbild-Modell ist das „Scanner Nikkor 40 mm“ „Scanner Nikkor ED 7 Element Lens“ oder kurz "Nikon ED 7". Es besitzt sieben Linsen in vier Gruppen, hat eine Brennweite von 45 mm und ist apochromatisch korrigiert, sowohl für laterale als auch für longitudinale chromatische Aberrationen (CAs). Das führt zu besonders hoher Abbildungsschärfe, weil Abweichungen in den Einzelfarben Rot, Blau und Gelb kompensiert sind und Farbränder um Motivkonturen, die Abbildungsschärfe kosten, vermieden werden.


Grafische Darstellung der Objektivlinsen des Filmscannerobjektivs „Scanner Nikkor ED 7 Element Lens“ im Längsschnitt
Sieben Linsen befinden sich in der Scanner Nikkor ED 7 Element Lens, angeordnet in vier Gruppen, darunter drei ED-Linsen (Extra-low Dispersion, besonders geringe Streuung), die chromatische Aberrationen, Verzeichnungen und Schärfeverluste reduzieren (Grafik Nikon-Firmenprospekt)

Abbildungsmaßstab

Ein Scannersensor ist nicht ein Rechteck mit flächig angeordneten Pixeln wie in einer Digitalkamera, sondern hat eine längliche Gestalt, ist also sehr schmal und lang. Beim Scanvorgang bewegt er sich von einer Seite zur anderen über das Objekt. Der 36 mm breite und 24 mm hohe Kleinbild-Filmstreifen wird auf einer Höhe von 24 mm abgetastet, von einem Sensor, der auf einer Länge von 32 mm aktiv ist. Das bedeutet, dass dieses Objektiv dabei eine 24 mm lange Bildkante auf 32 mm vergrößert, was darauf schließen lässt, dass dieses Objektiv auf einen Abbildungsmaßstab von 1,33 optimiert wurde. Auf einem Vollformatsensor wird ein fotografiertes Objekt dabei leicht vergrößert wiedergegeben.


Der Aufnahmeabstand (Distanz vom Objekt zur Lichteintrittslinse) liegt dann bei etwa 59 mm. Durch veränderten Auszug (Distanz von Lichtaustrittslinse bis Kamerasensor) lässt sich der Aufnahmeabstand variieren, was dann auch den Abbildungsmaßstab entsprechend verändert. Durch umgekehrten Einsatz (Inverslage) ergibt sich ein Abbildungsmaßstab von 0,75x; ein so fotografiertes Objekt wird auf einem Vollformatsensor also etwas verkleinert dargestellt. Die Originalstellung dieses Objektivs ist sinnvoll für Abbildungsmaßstäbe von 1:1 bis 2:1 oder darüber, die Retrostellung (Inversstellung) eher unterhalb von 1:1.


Vollformateignung

Ist dieses Objektiv für einen Kleinbild-Vollformatsensor geeignet? Ja, allerdings mit Einschränkungen. Es wurde für einen länglichen Scannersensor von 32 mm Länge konzipiert. Wir produzieren mit diesem Objektiv rechteckige Bilder, doch Objektive erzeugen prinzipiell stets ein rundes, kreisförmiges Bild. Man spricht darum auch vom Bildkreis, und dieser Bildkreis wird quasi zum Rechteck beschnitten, um unser gewünschtes Bildformat zu erhalten. Gehen wir beim Siebenlinser also von einem Bildkreisdurchmesser von 32 mm aus. Unser Kleinbild-Vollformatsensor hat jedoch eine aktive Fläche von ca. 24 x 36 mm, woraus sich eine Bilddiagonale von etwas mehr als 43 mm ergibt. Dies übersteigt den Objektiv-Bildkreis von 32 mm deutlich, wie in der Grafik zu sehen. Darum sind beim Abbildungsmaßstab von 1x im Vollvormat also wenigstens abgedunkelte Ecken zu erwarten, weil dieses Objektiv nicht die gesamte Sensorfläche abdeckt.


In meinem Test mit Vollformatsensor (Canon R3) zeigte es beim Abbildungsmaßstab von 1,3x leichte Eckenabdunklungen, die jedoch bei vielen mittenbetonten Motiven kaum ins Gewicht fallen dürften und in der Praxis vermutlich weitgehend vernachlässigbar sind.


Aufnahme einer Silicon-Wafer-Fläche mit dem Filmscannerobjektiv Scanner Nikkor ED 7 Element Lens im Abbildungsmaßstab 1,3x
Bei Abbildungsmaßstab 1,3x in Normalstellung (weißer Punkt weist zum Sensor, Auszug 80 mm, sichtbares Bild 27 mm) im Vollformat minimale Abdunklung der Ecken, für die meisten Aufnahmen absolut tolerabel

Bei kleineren Abbildungsmaßstäben ab 1,2x beginnen die leichten Eckenabdunklungen, stärker zu werden, und bei 1x können sie bei manchen Bildmotiven bereits stören. Unterhalb von 1x werden sie schwer erträglich, und in meinen Versuchen zeigte sich bei 0,7x mit Vollformatsensor zusätzlich ein deutlich erkennbarer Schärfeverlust. Die Inversstellung, die an sich schon einen etwas geringeren Abbildungsmaßstab produziert, kann diese Probleme unterhalb von 1x etwas reduzieren, doch das Bild bleibt unbrauchbar.


Aufnahme einer Silicon-Wafer-Fläche mit dem Filmscannerobjektiv Scanner Nikkor ED 7 im Abbildungsmaßstab 1x in Normalstellung
Bei Abbildungsmaßstab 1x in Normalstellung im Vollformat (weißer Punkt weist zum Sensor, Auszug 65 mm, sichtbares Bild 36 mm) geringe Abdunklung der Ecken, für viele Aufnahmen aber möglicherweise durchaus tolerabel

Aufnahme einer Silicon-Wafer-Fläche mit dem Filmscannerobjektiv Scanner Nikkor ED 7 im Abbildungsmaßstab 0,7x in Normalstellung
Bei Abbildungsmaßstab 0,7 in Normalstellung im Vollformat (weißer Punkt weist zum Sensor, Auszug 50 mm, sichtbares Bild 51 mm) starke Abdunklung der Ecken, intolerabel

Aufnahme einer Silicon-Wafer-Fläche mit dem Filmscannerobjektiv Scanner Nikkor ED 7 im Abbildungsmaßstab 0,7x in Inversstellung
Bei Abbildungsmaßstab 0,7 in Inversstellung im Vollformat (weißer Punkt weist vom Sensor weg, Auszug 50 mm, sichtbares Bild 51 mm) etwas geringere Abdunklung der Ecken, aber ebenfalls intolerabel

Aufnahme einer Silicon-Wafer-Fläche mit dem Filmscannerobjektiv Scanner Nikkor ED 7 im Abbildungsmaßstab 1,8x in Normalstellung
Bei Abbildungsmaßstab 1,8 in Normalstellung im Vollformat (weißer Punkt weist zum Sensor, Auszug 101 mm, sichtbares Bild 20 mm) keinerlei sichtbare Abdunklung der Ecken

Das Scanner Nikkor ED 7 ist für Vollformatsensoren bei 1,33 und größeren Abbildungsmaßstäben geeignet, und seine Schärfeleistung kann ab 2x durch eine variable Blende noch etwas gesteigert werden. Bei kleineren Sensoren wie APS oder MFT zeigen sich keine Abdunklungen der Ecken, so dass hier auch kleinere Abbildungsmaßstäbe möglich sind, wie die Grafik zeigt. Hier bringt es seine Bestleistung bei Abbildungsmaßstäben zwischen 1,1x und 1,5x. Für Abbildungsmaßstäbe von 1x und darunter sollte das Objektiv bei kleineren Sensoren in der Inversstellung verwendet werden, weil es dann ohnehin mit geringerem Abbildungsmaßstab arbeitet.


Grafische Darstellung des Abbildungskreises des Objektivs Scanner Nikkor ED 7 mit eingezeichneten Sensorgrößen
Der Bildkreis des Scanner Nikkor ED 7 im Vergleich zur Größe der gängigsten Digitalkamerasensoren

Bildqualität

Die Abbildungsqualität dieses Objektivs ist über jeden Zweifel erhaben. Das Bild ist vom Zentrum bis in die Ecken scharf, frei von Verzeichnungen, und Farbränder (chromatische Aberrationen) sucht man vergebens. Im Gegensatz zu dem (ebenfalls herausragenden!) Scannerobjektiv Minolta Dimage Scan Elite 5400 weist es auch keine Bildfeldwölbung auf. Die Farbwiedergabe ist geradezu atemberaubend.


Durch einen vergrößerten Auszug lässt sich der Abbildungsmaßstab auf 2:1 und darüber hinaus steigern, ohne dass sich sichtbare Qualitätsverluste ergeben. Auch der Arbeitsabstand ist für Focus-Stacking-Arbeiten ausreichend groß, um eine gute Lichtverteilung auf dem Objekt zu erreichen, im Vollformat ca. 60 bis 90 mm.


Flügelaufnahme eines Schmetterlings Chrysiridia rhipheus mit dem Objektiv Scanner Nikkor ED 7, der folgende Bildausschnitt ist mit einem roten Rechteckrahmen angedeutet
Diese Flügelschuppenaufnahme des Schmetterlings Chrysiridia rhipheus (Auszug Sensor bis Lichtaustrittslinse 80 mm, 1,38:1, Bilddatei unbearbeitet) zeigt das enorme Potenzial in der Farbwiedergabe, und eine Abdunklung der Ecken ist nicht zu erkennen.

Bildausschnitt der vorausgegangenen Aufnahme mit Flügelschuppen eines Schmetterlings
Im stark vergrößerten Bildausschnitt wird die Abbildungsschärfe erkennbar

Objektivausbau aus dem Scanner

Der Objektivausbau ist an diesem Nikon-Kleinbildscanner ungleich schwieriger als beim Minolta Dimage Scan Elite 5400. Hier müssen zahlreiche Teile demontiert werden, um diese hochwertige Optik entnehmen zu können. Das ist allerdings nicht wirklich problematisch, weil der Scanner vermutlich ohnehin defekt ist und nicht weiter verwendet werden soll. Allerdings sollten Sie auch in diesem Fall das gesamte Restmaterial unbedingt aufheben, um eventuell die Reparatur anderer Scanner zu ermöglichen, denn die ist seit dem Jahr 2020 deutlich schwieriger geworden, weil Nikon in dem Jahr die Lieferung von Ersatzteilen eingestellt hat.


Zerlegen Sie niemals einen funktionierenden Filmscanner, um das Objektiv zu kommen. Filmscanner sind eine aussterbende Spezies, und jedes dieser Geräte ist weit mehr als die Summe seiner Teile. Ich persönlich weide einen Diascanner nur dann aus, wenn er definitiv defekt ist und eine Reparatur tatsächlich nicht mehr sinnvoll scheint oder nicht mehr möglich ist.


Das Öffnen des Gehäuses ist ein wenig modellabhängig. Beginnen Sie mit Schrauben an der Unter- und Hinterseite. Hinten sind sie direkt zugänglich, unten müssen Sie die flachen Gummifüße abziehen, um an die Schrauben zu gelangen (Coolscan LS 5000 ED bzw. V ED LS-50). Das Gehäuse wird dann einteilig nach oben abgezogen.


Im ersten Bild steht ein Filmscanner Nikon Super CoolScan 5000 auf einer weißen Fläche, das zweite Bild zeigt, wie ein Schraubenzieher an der Hinterseite des Filmscanners Schrauben entfernt.
Der Filmscanner Nikon Super CoolScan 5000 ist eines der Geräte, die mit dem Scanner Nikkor ED 7 arbeiten. Bei den Modellen Coolscan LS 5000 ED bzw. V ED LS-50 entfernen Sie zunächst die Kreuzschlitzschrauben an der Rückseite.

Das erste von zwei Bildern zeigt, wie an der Unterseite des Scanners Schrauben entfernt werden, im zweiten Bild wird das Scannergehäuse nach hinten abgezogen
Anschließend heben Sie unten die Gummifüße an, um die darunter sitzenden Kreuzschlitzschrauben zu entfernen. Danach ziehen Sie das Gehäuse nach hinten ab, so dass das Innenleben des kopfstehenden Scanners frei liegt.

Das Bild zeigt einen Nikon-Filmscanner CoolScan IV ED LS-40
Der Nikon-Scanner IV ED LS-40 besitzt ebenfalls das Objektiv Nikkor ED 7

Die Modelle LS-4000 ED und IV ED LS-40 haben alle Schrauben an der Hinterseite. Bei ihnen ist das Gehäuse zweiteilig und wird zu beiden Seiten abgezogen. Trotz der unterschiedlichen Gehäuse ist das Innenleben der vier Scannermodelle im Wesentlichen allerdings vergleichbar.


Ein Schraubenzieher entfernt an der Hinterseite des Filmscanners Schrauben, dann werden beide Gehäusehälften abgezogen
Bei den Modellen LS-4000 ED und IV ED LS-40 entfernen Sie die Kreuzschlitzschrauben an der Rückseite. Anschließend können die beiden Gehäusehälften zur Seite abgezogen werden. Achten Sie oben und unten auf dünne Kühl- und Staubschutzbleche.

Nun beginnt die eigentliche Demontage. Am besten beginnen Sie damit, dass Sie an Seite A und an der Oberseite Steckverbindungen der Platine hinter der rechteckigen Metallblende lösen. Dann können Sie die Blende mitsamt der Platine abschrauben.


Bild links: Blick auf die rechte Seitenfläche eines Filmscanners ohne Gehäuse. Bild rechts: An einer Platine mit elektronischen Bauteilen werden Flachstecker von Hand abgezogen
Bild links: Wenn Sie den Scanner in seiner Normalposition vor sich sehen, erkennen Sie an einer Seite eine große, rechteckige Blende, hinter der sich eine Platine mit elektronischen Bauteilen befindet – nennen wir sie die Seite A (hier CoolScan 5000). Bild rechts: Mehrere Flachstecker an der Platine hinter dem Metallblech werden abgezogen (hier Coolscan IV ED LS-40).

Eine Platine mit elektronischen Bauteilen wurde abgeschraubt und liegt nun vor dem Scanner
Anschließend können Sie die Schrauben der Platine entfernen und sie mit dem Blech abnehmen (Coolscan IV ED LS-40)

Mit einem Schraubenzieher wird an der Oberseite des Scanners eine Schraube gelöst
Entfernen Sie dann das obere Profilblech mitsamt dem dünnen Kühl- und Staubschutzblech (hier Coolscan IV ED LS-40)

Der gehäuselose Scanner steht schräg  ist im Halbprofil zu sehen
Auch das dünne Blech an der Vorderseite, das den Stepmotor abdeckt (hier Coolscan IV ED LS-40), können Sie abschrauben

Eine Seite des gehäuselosen Scanners ist zu sehen, auf dem Foto wurden die Positionen von Spiegel, Objektiv und Sensor rot markiert
Ihr Ziel ist das Bauteil, das aus Filmschacht und der Scan-Einheit mit Objektiv und Sensor besteht, hier rot markiert (Seite B, 1 Spiegelposition, 2 Objektivposition, 3 Sensorposition, hier Coolscan LS 5000 ED)

Ein Schraubenzieher hebelt ein weißes Lager aus seiner Position heraus
Das große, schwarze Bauteil, das Sie demontieren müssen, ist im L-förmigen Blechprofil mit zwei weißen Achshaltern aus Kunststoff gelagert. Diese können Sie mit einem Schraubenzieher abheben (Bilder ab hier Coolscan IV ED LS-40).

Ein schwarzes Kunststoffbauteil wird von Hand nach oben abgehoben
Nun hinter dem beschriebenen schwarzen Bauteil den langen, schwarzen Kunststoffhalter mit wenigen Schrauben lösen und entnehmen, und an der Unterseite eine kleine Feder aushängen

Im linken Bild entfernt ein Schraubenzieher eine Schraube am Boden des Scanners, im rechten hält eine Hand die entnommene komplexe Baugruppe des Scanners
Nun können Sie das gesamte komplexe, schwarze Bauteil mit drei Schrauben unten lösen und entnehmen

Filmschacht und Scan-Einheit werden von Hand vom Rest der Baugruppe abgezogen
Ziehen Sie nun den oberen Teil mit Filmschacht und der Scan-Einheit nach oben, um sie vom Rest abzutrennen

Blick auf einen flachen, schwarzen Kunststoffkasten, eine schwarze Abdeckplatte wird von Hand von dem schwarzen Kasten abgezogen
Wenn Sie nun den hohlen Filmschacht entfernen, halten Sie die eigentliche Scan-Einheit in der Hand, das Herz des Scanners. In diesem flachen, schwarzen Kasten befinden sich das Objektiv und der Sensor. Die dünne, schwarze Abdeckplatte, die aufgeklebt ist, wird abgezogen.

Ein Schraubenzieher entfernt eine Schraube im schwarzen Kasten, man sieht hinter einem Metallhalter das Objektiv, das nun von Hand aus seiner Originalposition im Scanner leicht angehoben wird.
Am metallenen Objektivhalter wird eine Schraube entfernt. Nun können Sie das Objektiv entnehmen. Hier ist zu sehen, dass das Gehäuseende ohne weißen Punkt auf den Spiegel (rechts) ausgerichtet ist, also weist der weiße Punkt in der Originalposition auf den Sensor des Scanners. Punkt Richtung Sensor ist also auch an Ihrer Kamera die Normalposition.

Das Objektiv

Diese entnommene Baugruppe können Sie anschließend ganz demontieren, um das Objektiv zu entnehmen. Wenn Sie das Objektiv in der Hand halten, erkennen Sie, dass es in der Mitte eine breite rundum laufende Rille hat. An einem Ende ist das Gehäuse einteilig und trägt einen weiße Punktmarkierung, am anderen Ende ist es durch eine dünne Rille zweigeteilt. Die Seite ohne umlaufende Rille mit der weißen Punktmarkierung ist die Lichtaustrittsseite. Sie war im Scanner dem Sensor zugewandt, weist beim Focus Stacking in Normalposition also auf die Kamera. Der Gehäusedurchmesser liegt bei 24,3 mm.


Diascannerobjektiv Nikkor 45 steht auf einer weißen Fläche
Das Scanner Nikkor ED 7 hat einen Gehäusedurchmesser von 24,3 mm

Befestigung

Zur Befestigung an der Kamera empfiehlt sich vor allem ein Adapter, der von Rafael Pankratau (RAF Camera) angeboten wird und das Objektiv mit seinen 24,3 mm Durchmesser präzise aufnimmt, gehalten von drei kopflosen Schrauben, und es auf ein männliches M42-Gewinde adaptiert.


Damit kann es dann problemlos mit Hilfe entsprechender Adapter an eine Kamera angeschlossen werden, mit dem nötigen Auszug. Das ist  problemlos mit M42-Zwischenringen möglich, auf die der Adapter direkt aufgesetzt werden kann.


Diascannerobjektiv Nikkor 45 steht auf einer weißen Fläche, links daneben liegt ein Adapter der Firma RAF Camera
Von der Firma RAF Camera ist ein spezieller Adapter erhältlich, der passende Aufnahmeöffnung besitzt und auf ein M42-Gewinde adaptiert

Das Diascannerobjektiv Nikkor 45 steckt im Adapter der Firma RAF Camera
Drei kopflose Schrauben fixieren das Objektiv

Das Filmscannerobjektiv ist mit Adapter und Zwichenringen an eine Canon-Digitalkamera angeschlossen
Das Scanner Nikkor ED 7 kann mit dem RAF-Adapter und der erforderlichen Zahl an Zwischenringen an die Kamera angeschlossen werden. Hier befindet sich zusätzlich ein Bajonettadapter Canon EF-RF dazwischen.

Blende

Nicht jedes Objektiv hat seine höchste Schärfeleistung bei Offenblende. Einige Scannerobjektive lassen sich in ihrer Schärfeleistung noch etwas steigern, wenn man sensorseitig dahinter eine variable Blende installiert. Das gilt auch für das Scanner Nikkor ED 7, insbesondere bei Abbildungsmaßstäben ab 2:1. Solche variablen Lamellenblenden sind ebenfalls mit M42-Gewinde erhältlich, an einer Seite weiblich, an der anderen männlich, so dass sie bei dieser Installation einfach dazwischen gesetzt werden können.


Standardmäßig hat das Objektiv eine bauartbedingte Blende von etwa f/2,8, in Reversstellung f/2,6 (beide Werte Robert O’Toole). Mit einer angebauten, variablen Blende empfiehlt sich eine Testreihe mit Einzelaufnahmen unterschiedlicher Blendenöffnungen, um die höchste Abbildungsschärfe experimentell zu ermitteln. Achten Sie jedoch darauf, nicht durch eine zu kleine Blendenöffnung Beugungsunschärfen zu produzieren.


Eine Irisblende und ein Objektivdapter stehen neben dem Filmscannerobjektiv
Mit einer passenden Irisblende lässt sich die ohnehin sehr hohe Schärfeleistung des Objektivs noch etwas steigern

Das Objektiv steckt im Adapter, der auf eine variable Irisblende geschraubt ist
Die hier gezeigte Blende besitzt ein langes Gehäuse, das auf M39 adaptiert, es sind jedoch auch kürzere erhältlich, mit denen der Auszug weniger stark verlängert wird

Die Blendenöffnung in Millimetern entspricht dem Verhältnis von Brennweite zur Blendenzahl, hier also:


Brennweite in mm : Blendenwert als Zahl = Blendenöffnung in mm


45  :  f/2,8  =  16,07 mm  (numerische Apertur ohne variable Blende)

45  :  f/3,5  =  12,85 mm  (hinzugefügte variable Blende auf f/3,5 bzw. 12 mm eingestellt)






Quellen:


Cavina, Marco – http://www.marcocavina.com/articoli_fotografici/articolo Scanner Nikkor ED.pdf



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